Digitalisierung mit analogen Folgen

Digitalisierung mit analogen Folgen

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Ist Digitalisierung nur ein Schlagwort oder ist sie Strategie?

Sind Themen wie Big Data und Industrie 4.0 Hype-Schlagworte, ernsthafte Themen für das Business Development oder flächendeckende Realität? Und ist der Digital Divide zwischen Digital Natives und Digital Immigrants ein Mythos oder eine echte Herausforderung fürs Change Management?

Das Praxisseminar „Digitalisierung – Schlagwort oder Strategie? Perspektiven für Ihr Unternehmen“ Mitte November 2016 lockte trotz Kälte und Nebel Interessierte aus der Industrie, aus dem Handel und aus der IT-Branche ins Hotel Zürichberg. Eric Scherer (CEO, i2s consulting) stellt zu Beginn die These in den Raum, dass laut Gartner Research zwar bereits zwei Drittel aller Unternehmen an Digitalisierungs-Initiativen arbeiten – aber 80% dieser „Digitalen Leads“ sich auf das Marketing beziehen und nicht auf die IT. Sucht man nach konkreten Ansätzen reden alle von «UBER» und «Elon Musk», von «IOT» und «Disruptive Innovation», konkrete Vorbilder aber fehlen oft – gerade im Schweizer Raum.

Auch Matthias Zurfluh (CEO, Z-PUNKT CONSULTING) relativiert erst einmal: „Hype-Themen neigen dazu, weit unter den Erwartungen zu bleiben – nicht zuletzt auch, weil sie vor allem von “Nicht-Betroffenen” wie z.B. Forschern, Beratern oder Weiterbildungsfanatikern gepusht werden – und weil der Faktor Mensch nur mehr oder weniger planbar mitspielt.“

Trotzdem sind einerseits die Potentiale der Digitalisierung enorm und andererseits steht ausser Frage, dass sich Firmen besser damit befassen als das Thema zu verdrängen. Innovationszyklen werden kürzer, Märkte wachsen zusammen, Technologien werden billiger, die Usability intuitiver und die Opportunitäten vielfältiger. Dazu drängt die Generation der Digital Natives in die Unternehmen und trifft dort noch weitgehend auf die Generationen der Digital Immigrants und deren Strukturen und Prozesse. Für das Change Management wird das eine echte Herausforderung, zumal die beiden Generationentypen deutlich unterschiedlich funktionieren. Das zeigt sich z.B. durch

  • eine andere Gehirn und Denkstruktur, durch
  • eine andere Lern- und Arbeits- und Konfliktkultur, durch
  • andere Formen der Empathie und andere Kanäle der intrinsischen Motivation und durch
  • einen anderen Zugang zu Hierarchie und ein anderes Team-, Arbeits- und Freizeit-Verständnis.

Die Digitalisierung wird nicht kommen, sie ist bereits Realität. Je nach Branche und Blickwinkel ist sie mal klar erkennbar, mal eher versteckt. Und Themen wie Industrie 4.0, 3D-Druck oder Big Data werden mit jedem Tag konkreter und relevanter. Die Hauptherausforderung liegt aber heute bei den meisten Unternehmen nicht in der Entdeckung des technisch möglichen, sondern darin, die technologischen Möglichkeiten in Bezug zur internen Organisationsentwicklung und zum externen Markt- bzw. Kundenbedürfnis zu setzen.